Auf Anhieb das Zertifikat „Attraktiver Arbeitgeber“
Darüber darf sich Hafner Chirurgische Instrumente aus Balgheim freuen. Das Familienunternehmen erzielte bei der ersten Auditierung direkt ausgezeichnete Ergebnisse.
Mit dem Wachstum Schritt halten, Prozesse verbessern und trotzdem die Zufriedenheit der Mitarbeitenden im Blick behalten – diesen Spagat vollzieht derzeit die Firma Hafner in Balgheim (Landkreis Tuttlingen). Der Lieferant für chirurgische Instrumente, der 1950 gegründet wurde, hat nun mitten in dieser Entwicklungsphase ein umfassendes Audit vollzogen und dabei Bestmarken erreicht.
Mithilfe einer anonymen Mitarbeiterbefragung und einer Vor-Ort-Prüfung wurde der Medizin-Spezialist mit seinen über 20 Mitarbeitenden unter die Lupe genommen. Klaus Zeiler begleitet das Verfahren als Auditor der Auszeichnung „Attraktiver Arbeitgeber der Region Schwarzwald-Bodensee“ sowie als Repräsentant des BVMW in der Region Schwarzwald-Bodensee. „Der Mittelstand. BVMW“ ist die größte freiwillig organisierte und branchenübergreifende Interessenvereinigung des deutschen Mittelstands.
In dem hierfür konzipierten Audit werden die Aspekte Führung und Unternehmenskultur, Kompetenzentwicklung und Qualifizierung, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Entlohnung und Anerkennung, Employer Branding beziehungsweise Bildung der Arbeitgebermarke, Mitarbeiter-Benefits sowie betriebliche Gesundheitsförderung untersucht und in einem Abschlussbericht mit Handlungsempfehlungen zusammengefasst.
Mit rund 88 Prozent Zustimmung der Belegschaft schaffte es das Familienunternehmen direkt in das Ranking der Top-Arbeitgeber in der Region. Eine Durchfallquote von 40 Prozent unter den bislang auditierten Firmen verdeutlicht die Bedeutung des Zertifikats. Nur eine Handvoll Unternehmen erreichte bislang mehr als 85 Prozent Zustimmung. „Das Ergebnis ist grandios – und das aus dem Stand“, erklärte Zeiler bei der Übergabe der Auszeichnung.
Die Befragung habe gezeigt, dass die Mitarbeitenden nicht nur gerne zur Arbeit kommen, sondern die Rahmenbedingungen des Unternehmens sogar besser einschätzen als die Geschäftsführung um Bernd Hafner als Inhaber und Jutta Hafner als kaufmännische Leitung. Das Ehepaar hatte das Ergebnis so nicht erwartet – umso größer war die Freude bei der Verkündung. Für die Hafners, die das Unternehmen in der dritten Generation führen, war die Auditierung aber der folgerichtige Schritt des derzeitigen Wachstums. Vor sechs Jahren sei man noch zu fünft gewesen – seit dem Umzug an den neuen Standort im Mai 2025 konnten 14 neue Mitarbeitende eingestellt werden.
„Mit unserem rudimentären Wissen wurde es jetzt schwierig, wir haben bislang alles intuitiv gemacht“, sagt Jutta Hafner mit Blick auf die Mitarbeiterentwicklung und die damit verbundenen Themen. Man hatte sich mit Zeiler deshalb professionelle Unterstützung ins Haus geholt und wollte eine schonungslose Bestandsaufnahme. „Wer fragt, muss ja auch mit den Antworten umgehen“, erklärt das Ehepaar. Für sie ist es deshalb die logische Konsequenz, dass die beim Audit definierten Potenziale nun angegangen werden sollen. Dazu zählt unter anderem die Einführung einer Zwischenebene zur Geschäftsführung – neue Führungskräfte sollen dabei notwendig gewordene Prozesse umsetzen.
Als erste Maßnahme werden mit Zeiler die weiteren Entwicklungsschritte festgelegt. „Wir werden das nun alles konsequent zu aller Zufriedenheit umsetzen“, zeigen sich die Hafners überzeugt. In den kommenden zwei Jahren sollen die Erkenntnisse aus dem Audit genutzt werden – mit dem Ziel, bei der nächsten Auditierung noch besser abzuschneiden.


